Architekturfotografie
Bei der Architekturfotografie handelt es sich um Abbildungen von den unterschiedlichsten Bauwerken. Die Architekturfotografie steht in enger Verbindung mit der Landschaftsfotografie, der Sachfotografie und der Industriefotografie. Dabei ist die Sichtweise, traditionell abgeleitet von der Planzeichnung. Dabei kann die angewandte Zentralperspektive von mehreren Perspektiven ausgehen. Zum einen von dem Standpunkt des menschlichen Betrachters, der sich in der unmittelbaren Umgebung eines Bauwerkes aufhält und zum anderen von einer höheren Position, der Vogelperspektive.
Dabei stößt die Umsetzung der Sichtweise von der Planzeichnung in eine fotographische Abbildung auf mehrere Probleme.
Gebräuchliche Optiken weisen meist optische Fehler auf, im Sinne von tonnen- und kissenförmigen Verzeichnungen. Logischerweise sind solche Abbildungen auf ihrer Art und Weise reizvoll, doch sind sie meist in der Regel ein unerwünschter Effekt oder können bspw. bei der photogrammetrischen Arbeit sehr störend wirken. Im Weitwinkelbereich sind „verzeichnungsfreie“ Objektive schwer herzustellen, da diese aufgrund des Freiraumes des Schwingspiegels anstatt symmetrisch, retrofokusierend aufgebaut sind. Solch optische Fehler können in der Regel entweder durch eine genaue Berechnung der Optiken oder durch eine elektronische Bildbearbeitung, korrigiert werden.
Ist etwas die Filmebene nicht ganz parallel zu den horizontalen oder vertikalen Linien eines Gebäudes, so werden diese fluchten oder stürzen. Dadurch entsteht bei den vertikalen Linien der Eindruck, dass bspw. das Gebäude nach hinten wegkippt. Dadurch ist es notwendig, dass vor allem Klein- und Mittelbildformatkameras mit starren Objektiven, exakt horizontal gehalten werden müssen, um diese Effekte vermeiden zu können. Diese Bedienungsweise schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten natürlich gewaltig ein. Dabei können so genannte Shift-Objektive Abhilfe schaffen oder man greift auf Großformatkameras oder ein digitales Bildbearbeitungsprogramm zurück.
In der Branche haben sich auch mittlerweile sehr bekannte Architekturfotografen etabliert. Zu ihnen gehören bspw. Heinrich Heidersberger, Walter Hege, Hedrich Blessing, Hugo Schmölz und Julius Shulman. Zu erwähnen gilt es auch noch Personen wie Margherita Spiluttini, Wilmar Koenig und Klemens Ortmeyer. Zur Architekturfotografie gibt es eine Menge ansprechender Literatur, die mit völlig neuen Bildern und Gebäudefotografien viele Leser begeistern.