Makrofotografie
Die Makrofotografie ist ein Teilbereich der Themenfotographie. Dort werden Objekte meist in dem Maßstab 1:1 abgebildet. Bei normalen Objektiven ist der Abbildungsmaßstab in der Regel nicht kleiner als 1:7. Um einen Maßstab von 1:1 erreichen zu können, ist die Verwendung eines speziellen Objektives notwendig. Dieses Objektiv muss in der Retrostellung eingesetzt werden.
Für die Makrofotographie kommen verschiedene Werkzeuge zum Einsatz. Nahlinsen sind spezielle Objektivvorsätze, die direkt in ein Filtergewinde eines Objektives eingebracht werden. Dabei wird die Stärke der Nahlinse in Dioptrien angegeben. Nahlinsen sind aber, was den Benutzungskomfort und die optische Qualität angeht, den Makro-Objektiven unterlegen. Eine hochwertige Nahlinse wird als Achromat ausgeführt. Nahlinsen sind in der Lage, die tatsächliche Brennweite des verwendeten Objektives zu verkürzen. Beim Einsatz von Balgengeräten oder Zwischenringen muss man die Belichtungskorrektur berücksichtigen, die bei der Nahlinse keine Rolle spielt. Bei noch gleich bleibender Qualität kommen Nahlinsen bis auf einen Abbildungsmaßstab von bis zu 1:4 heran, aber alles was darüber hinaus geht, lässt sich dann in der verminderten Abbildungsleistung sehen, die vor allem an den Randbereichen stark nachlässt.
Bei Makroobjektiven ist es so, dass sie bei einem sehr geringen Abstand zum Objekt verwendet werden können und erlauben auch Aufnahmen bis zu einem Abbildungsmaßstab von 1:2 ohne dass größeres Zubehör zum Einsatz kommen muss. Als makrofähig bezeichnet werden können Aufnahmen ab etwa einem Abbildungsmaßstab von 1:4. Ab diesem Maßstab können Objektive als makrofähig bezeichnet werden.
Retroadapter erlauben ebenso Objektive in Makrofotographie ohne Zuhilfenahme von weiterer technischer Ausrüstung. Dabei ist ein spezieller Adapter von Nöten, mit diesem es möglich ist, ein Wechselobjektiv umgedreht an den Objektivanschluss einer Kamera anzuschließen. Der Adapter wird dabei an einer Seite an das Filtergewinde geschraubt und passt so an die andere Seite in das Bajonett der Kamera. Je nach Objektiv sind dann Abbildungen mit dem Maßstab 1:1 oder Vergrößerungen, unter dem Einsatz von Weitwinkel- oder Normalobjektiven mit Festbrennweiten, möglich. Für besonders extreme Vergrößerungen ist auch eine Kombination von Balgengeräten und Zwischenringen bzw. eine Kopf an Kopf Stellung zweier Objektive möglich. Die Abbildungsqualität bei einem Einzelobjektiv in der Retrostellung ist dabei meist höher als bei einem Objektiv in Normalstellung, welches mit einem Balgengerät oder Zwischenringen verwendet wird. Ein Vorteil der Retrostellung ist, dass man zwischen der Kamera und dem Motiv ein sehr großer Abstand eingehalten werden kann. Ein Nachteil ist, dass in der Regel die Automatikfunktion einer Kamera dabei verloren geht.
Makroskope eignen sich besonders für schwache Vergrößerungen. Sie kommen vor allem bei der Betrachtung von kleinsten Objekten zum Einsatz. Dies macht die Makroskope vor allem für die anspruchsvolle Fotographie interessant.